Diakon und Dekanatsjugendreferent

Bernd Rohrbach

diakon bernd rohrbach im gruppenraum des jugendbildungshauses wiedhölzlkaser

Bernd Rohrbach

Diakon, Dekanatsjugendreferent mit geschäftsführender Tätigkeit für die Dekanatsjugendstelle und das Jugendbildungshaus Wiedhölzlkaser.

Tel.: 0861 / 9896721

E-Mail: bernd.rohrbach@elkb.de

Ich erreiche Jugendliche, indem ich echt bin“

Bernd Rohrbach krempelt unsere Jugendarbeit um, seit er 2012 nach Traunstein kam. Er wirkt hier als Diakon und Dekanatsjugendreferent sowie geschäftsführend für das Jugendbildungshaus Wiedhölzlkaser. Und er begleitet die Jugendlichen der Dekanatsjugendkammer. Bernd Rohrbach kann sich für fast alles begeistern. Es gelingt ihm, andere mit seiner Begeisterung anzustecken. Seine Lieblingstätigkeit mit Jugendlichen: erlebnispädagogische Aktionen draußen in der Natur – zum Beispiel Kanu fahren. Und Kuchen essen!

 

3 Fragen an Bernd

Warum arbeitest du mit Jugendlichen und wie erreichst du sie? 

In meiner Jugend habe ich mich ehrenamtlich in der Evangelischen Jugend engagiert. Das hat mich sehr stark und positiv geprägt. Im Einsatz für politische und gesellschaftliche Ziele fand ich hier eine größere Tiefe als in anderen Freundeskreisen. Ursprünglich sollte das ein Hobby bleiben – ich wollte Ingenieur werden. Aber mir wurde immer mehr bewusst, dass ich neben Leidenschaft auch Begabung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mitbringe. Warum nicht etwas Sinnvolles tun, was mir liegt, was ich mit ganzem Herzen mache und wofür ich positive Rückmeldung bekomme? Dadurch kann ich sehr ehrlich und unverbogen auf Jugendliche zugehen und ihnen empathisch, zuhörend und verstehend begegnen. Ich erreiche sie, indem ich echt bin, mich hinterfragen lasse. Ich treffe sie auf derselben Ebene. Hier zählt das Recht des besseren Arguments mehr als Hierarchien und Leitungsstrukturen.

Ist das Thema Glaube wirklich interessant für Jugendliche ─ ist es nicht völlig uncool?

Für mich ist der Glaube eine bereichernde Kraft. Diese Erfahrung können Jugendliche machen, wenn wir sie bei der Entdeckung des eigenen Glaubens begleiten. Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass sie vorgekaute Dogmen und starre Kirchendenke ungefiltert übernehmen müssen. Oft ist es nicht der Glaube an sich, sondern es sind die negativen Bilder, die uncool sind. Viele Jugendliche behaupten von sich, dass sie Atheisten seien und nur wegen der Gemeinschaft zur Evangelischen Jugend kämen. Aber Gemeinschaft ist der Kern des Glaubens. So entwickeln sie sich über den eigenen Egoismus hinaus zu ehrlicheren Christen als manch ein vermeintlicher Musterchrist. Das Ziel ist, aus der Freiheit heraus den eigenen Weg zu finden.

Was unterscheidet Euer Angebot von den anderen Angeboten an Jugendliche in der Region?

Ich glaube, das Besondere ist, dass es bei uns nicht allein um Freizeitgestaltung geht. Die Leute in diesem Alter wollen sich ja selbst verwirklichen und ihre Persönlichkeit entwickeln. Das wird manchmal unterschätzt: Jugendliche haben durchaus das Bedürfnis, dabei begleitet zu werden. Manchmal geht es um Probleme, die mit dem Erwachsenwerden zu tun haben, manchmal um einschneidende Erlebnisse in der Familie. Wo auch immer es gerade hakt. Da brauchen die Jugendlichen ein offenes Ohr oder eine Schulter zum Anlehnen. Und das ist das Herausfordernde, aber auch das Schöne an meinem Job.